I. Zwoch

... arbeitete und wohnte in den 90er Jahren in Bockenheim. Mehrere Ausstellungen und Installationen in Bockenheim, Bonn etc.


Passé Composé - Fotos von der Vernissage, 14.11.

Ausstellung im Stadtmuseum Groß-Gerau vom 14. November bis 1. Februar 2009 mittwochs und samstags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr:


Passé Composé, 14.11.2008

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Zusammengesetzte Vergangenheit

Ausstellungseröffnung: Künstlerin Ingrid Zwoch von der Groß-Gerauer „Initiative GG“ präsentiert Werke im Stadtmuseum

GROSS-GERAU. Das menschliche Gedächtnis ist ein komplexes System, dessen genaue Funktionsweise bis zum heutigen Tag nur bruchstückhaft ergründet ist. Sicher ist jedoch: Dinge werden erlebt, Erinnerungen werden geboren, verwischen sich im Laufe der Zeit, verschwinden womöglich wieder. Ein ständiger Prozess des Speicherns und Abrufens von Informationen.

Die Künstlerin Ingrid Zwoch, Mitglied der Groß-Gerauer Aktionsgruppe „Initiative GG“, beschäftigt sich im Rahmen ihrer künstlerischen Tätigkeit mit dieser komplexen Thematik. Mit Techniken wie Walzdruck, Folienprozessierung aber auch im Nachhinein bearbeiteten Digitalfotografien verleiht sie ihren Ideen gestalterischen Ausdruck.

Seit Freitag ist die Umsetzung dieser Ideen nun als Ausstellung im Groß-Gerauer Stadtmuseum unter dem Titel „Passé composé“ zu sehen. Das Stadtmuseum selbst könnte dabei als Ort der Erinnerung für eine Ausstellung dieser Art kaum geeigneter sein.

Initiative-GG-Mitglied Professor Georg Peez erläuterte im Rahmen seiner Eröffnungsrede die Titelwahl: „Passé composé“, der französische Ausdruck für das grammatische Tempus der „zusammengesetzten Vergangenheit“ stehe stellvertretend für die Inhalte des Gedächtnisses, die nämlich letztlich nichts anderes seien als „zusammengesetzte Vergangenheit“.

Ingrid Zwoch, die neben ihrer künstlerischen Tätigkeit eigentlich studierte Biologin ist, mache mit ihren Werken die Impulse und vor allem Prozesse, die zu den Gedächtnisinhalten führen, sichtbar und hinterfrage somit die Wirklichkeit, erläuterte Peez. So lasse sich auch der Untertitel der Ausstellung, „Prozessierungen“, besser verstehen.

Für Zwoch ist jedoch nicht nur das menschliche Gedächtnis interessant. Nein, auch Gegenstände haben ihrer Auffassung nach ein „Gedächtnis“. Wenn man beispielsweise eine Plastikfolie mit den Händen zusammenfalte, dann könne man sie zwar wieder entfalten, die Stellen, an denen sie gefaltet war, blieben jedoch sichtbar. Dies sei sehr rudimentär das Prinzip eines Gedächtnisses, erläuterte sie während eines Rundgangs.

Die etwa 80 ausgewählten Werke, deren Entstehungszeit laut Zwoch vom Jahr 2005 bis 2008 reicht, sind von recht unterschiedlicher Gestalt. Fotografien und Drucke sind genauso darunter wie Objekte aus Folien, Holz oder Stoff. Dies ist auch das Spezielle an Zwochs Arbeiten. Sie lässt sich nicht auf eine Technik oder ein Material festlegen.

Auf den ersten Blick scheinen viele der ausgestellten Objekte zunächst wie gemalt. Schaut der Betrachter jedoch genauer hin, so entdeckt er in den Arbeiten viele Alltagsgegenstände, die durch die Einbettung in das Kunstwerk aus dem Kontext gerissen und in einen neuen gesetzt werden.

Frischhaltefolien, Stecknadeln und Wäscheklammern bilden eingebettet in die Kunstwerke häufig die Grundlage für die bizarren Formen, welche sich erst mithilfe ihrer eigentlich banalen Gestalt erschaffen lassen. So entstehen aus scheinbar zufällig angeordneten Linien und Schattierungen plötzlich Gesichter, Pflanzen oder auch Gegenstände.

Ein besonderes Werk, das sich sozusagen noch in der Entstehungsphase befindet, stellt ein in der Mitte des Ausstellungsraumes stehender Tisch mit „Memory Karten“ dar. Hier werden die Besucher mit in die Kunst Ingrid Zwochs eingebunden, Interaktion wird ermöglicht. Die Betrachter sollen die Bilder, die sich niemals komplett gleichen aber dennoch Zusammengehörigkeiten aufweisen, nach ihren Vorstellungen paarweise ordnen.

Im Anschluss können sie diese Ordnungen in ein dafür vorgesehenes Buch eintragen und somit selbst in das Kunstwerk eingreifen und nach und nach ein temporäres, kollektives Gedächtnis der Ausstellungsbesucher mitkreieren. So werden die Besucher selbst Teil eines größeren Gedächtnisses, womit sich der ewige Kreislauf des Speicherns und Abrufens, dem Zwoch in dieser Ausstellung einen weiteren Platz eingeräumt hat, letztlich wieder schließt.

Quelle: Echo Online, 18.11.2008


Installation in Bewegung

am 22. März 2005, Museum Groß-Gerau. Zu Ehren von Pedro Warnkes 60. Geburtstag:


"plastique folie - bonne continuation!"

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